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Samstag, 6. Juni 2020

Vertrauen in Beziehungen

Wenn wir eine (Liebes)Beziehung führen sollte Vertrauen der Fels sein, auf dem die Beziehung ruht. Es sollte selbstverständlich sein, sexuell treu zu sein, das bedeutet, man hat sich entschieden, eine Beziehung zu einer  Person, unserem Partner aufzubauen und mit ihm/ihr zusammen das Leben zu leben. 

Doch ist dies so selbstverständlich?  Bei der großen Anzahl von Flirt- und Seitensprung Portalen und der mitunter großen Ungeduld, auch Krisen in Beziehungen auszuhalten, sind viele Menschen stets auf der Suche, etwas Bessere zu finden und kommen doch niemals an. Welch eine Tragödie! Kummer, Einsamkeit und Haltlosigkeit können die Folge dieses unbefriedigenden Lebensentwurfs sein. 

Wer sich für eine Partnerschaft entscheidet, entscheidet sich auch für Werte oder ergänzend ausgedrückt, für Ethik. 

Ethik wiederum bedeutet, sich und anderen mit einem liebevollen und unterstützenden Herzen zu begegnen. 

Vertrauen in einer Beziehung bedeutet, dass man jeden eifersüchtigen, übel wollenden Gedanken direkt erkennt und anschaut und sich fragt,  wohin er führt? 

Wer in einer Beziehung vertraut, der besitzt ein heiles Herz. Ein Herz, welches nicht verletzt ist, noch andere verletzen möchte. 

Eine Partnerschaft lebt davon, dass man wertschätzend und respektvoll miteinander umgeht. Ehrlichkeit im Gespräch miteinander, nicht gegeneinander, ist die Sprache der Liebe. 
Wir sollten durchaus das ansprechen, was uns bewegt, was uns stört, dieses aber im Modus der Liebe. Wir wollen doch unsere Partnerschaft, wir bejahen  unsere Liebesbeziehung. Wenn wir etwas bejahen, dann sind wir bereit, gemeinsam den Weg zu gehen, auch in Zeiten der Crisis. Gerade dann. 

Wer vertraut, lässt sich nicht beirren. Auch durch die Saat des Zwiespalt anderer lässt er sich nicht aus dem heilsamen Miteinander herausbringen. Doch sollte stets der nüchterner Verstand beibehalten werden. Naivität ist die Faulheit des Ego, welches keine Verantwortung übernehmen möchte. 

Vertrauen bedeutet auch Verlässlichkeit. Diese fängt im Kleinen an, wie zum Beispiel etwas einzukaufen oder etwas für den Partner zu erledigen und endet in der festen heilsamen Gesinnung, mit dem jeweiligen Partner alles durchzustehen, Schutz und Schulter zu bieten. 

Vertrauen bedeutet sich und die Liebe in der Partnerschaft rückhaltlos zu bejahen. "Ja, " ohne Ausflüchte und Hintertürchen zueinander zu sagen. Es ist ein Geschehen, wo beide Partner wirklich miteinander wachsen können. Somit entsteht  ein lebenslanger Prozess der Kultivierung des Herzens. 

Samstag, 9. Mai 2020

Der Torwächter

Es gibt zwei Aspekte des Torwächters: 

1. Der Torwächter beschützt unsere Sinnes-
tore
2. Der Torwächter beschützt und vor unseren Gedanken und Gefühlen. 

Beim Sinnestorwächter geht es darum, das, was über die Sinnesorgane einfluten will, genauer zu betrachten und zu entscheiden, ob der Sinneseindruck passieren darf. 

Stellen wir uns vor, wir sehen eine schöne Frau oder einen schönen Mann. Der Sinneseindruck ist stark und könnte eine körperliche Reaktion auslösen: wir begehren und greifen. Schnell schüttet der Körper Hormone aus und wir werden schnell unruhig und vielleicht erregt. Die Folge könnte sein, dass sich unsere Gedanken nur darum drehen, das begehrte Objekt für sich zu gewinnen mit allen Folgen und Komplikationen. 

Wenn wir Begehren ungefiltert, das heißt, ohne Filter der Achtsamkeit, passieren lassen, dann kann dies mitunter viele Komplikationen mit sich führen. 

Ein guter Torwächter, bemerkt den Sinneseindruck und verzögert die Reaktion  darauf oder weist den Sinneseindruck zurück. So kann ein ganzer Kreislauf durchbrochen werden, der zu vielleicht unangenehmen Handlungen führen kann. 

Der zweite Aspekt des Torwächters ist, dass er unsere Gedanken und Gefühle filtert. 

Stellen wir uns vor, dass wir leiden. Es geht uns nicht gut. Wir spüren vielleicht Gedanken der Wut, der Wehleidigkeit oder depressive Gedanken. Wie schnell vermehren sie sich? Jeder Gedanke bringt einen weiteren schlimmeren hervor. Wenn wir den Torwächter nicht aktivieren, ziehen uns unsere Gedanken und die damit verbundenen Gefühle in die Tiefe. 

Ein guter Torwächter achtet stets auf die entstehenden Gedanken und deren Qualität. Er ist achtsam und weist hassvolle, depressive, autodestruktive und ängstliche Gedanken ab. 
Er lässt jedoch die Gefühle von Kummer, psychischen Leid, Traurigkeit zu, damit sich diese entladen können, begleitet von Gefühlen von Selbstmitgefuhl und positiven Gedanken. Diese letztgenannten sind hilfreich und heilsam. 

So achtet ein guter Torwächter darauf, was an Sinneseindrücken und Gedanken einfließen möchte und ist stets achtsam. So ist er unser bester Freund. 

Geschrieben zum Wohl aller Wesen im Zug nach Köln am 9. Mai 2020