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Samstag, 5. September 2026
Samstag, 29. August 2026
Tagebuch August 2026
Der Sommer war für mich bedrückend; hier kamen einige Dinge zusammen.
Zuerst kam noch einmal die Trauer um meinen besten Freund stark hoch. Wenn man wie ich vorlesungsfreie Zeit hat, hat der Geist auch Zeit, alles hochkommen zu lassen, was noch der Verarbeitung bedarf.
Also kamen traurige und niedergeschlagene Gedanken und Gefühle hoch, welche mitunter schon heftig waren. Gefühle von Einsamkeit und fehlender guter Kommunikation jedoch auch fehlende Termine, denn mein bester Freund wir hatten uns ab und an zum Essen gegenseitig eingeladen und uns angeregt über Kunst, Daoismus und unsere Arbeit zu unterhalten, was auch sehr angenehm war.
Das alles fehlt und es ist ein Vakuum entstanden.
Ich möchte nicht verhehlen, dass es eine depressive Episode war.
Ich habe mir Zeit gelassen, alles darf sein, alle noch so schmerzhaften Gefühle und die dazu gehörenden Gedanken dürfen sein. Ab und an, war die herausfordernd und sehr schwer. Alles liebevoll zulassen und zu sich selbst freundlich zu bleiben ist hier von Bedeutung.
Vier Wochen habe ich mir Zeit geschenkt und war tatsächlich allein. Ich meine, wirklich allein. Ohne Kommunikation außer beim Discounter nett zu den Kassierer- innen zu sein und dreimal Abends an meinen buddhistischen Studiengruppen teilzunehmen.
Es war ja eine große Hitze bei approximal 40/41 Grad in Düsseldorf. Das habe ich durch Tee trinken und nur Salat essen gut korperlich überstanden. Wie wenig der Körper eigentlich benötigt, fällt mir stets auf.
Ich habe viel gelesen, Musik gehört und habe, da die S-Bahnen nicht fuhren, mir alle Altstadt-Kirchen in Düsseldorf angesehen. Das war ungemein schön und hat mir gut getan.
Ich war nicht nur vier Wochen quasi ein Eremit. Das Eremiten-Dasein war nicht einfach. Jedoch sehr vertiefend, da man selbst sehr nah ist, ohne die kleinen Ablenkungen und Fluchten.
Oft daß ich auch unter meinem Lieblingsbaum, einen riesigen Ahorn und habe auf meinem E-Book gelesen, den Wind gespürt, die Hitze auf meiner Wange gespürt und die körperliche Müdigkeit bei 41 Grad wahrgenommen.
Auch Menschen habe ich beobachtet und oftmals mitbekommen, über welche weltliche Probleme sie redeten. In der U-Bahn sah ich einen 1.90 m großen, ungemein beleibten Mann seine wirklich hübsche Frau sehr zärtlich küssen: Ein solcher 200 kg Koloss und seine zierliche junge Frau. Eine große Liebe und Zärtlichkeit mit einer positiven Ausstrahlung und, was mir auffiel, die Bilder, die wir im Kopf haben, sind halt nur Konzepte und Bilder. Mein Bild, nein Konzept war, wie so ein Koloss eine so hübsche Frau haben konnte? Nur ein Konzept, nur eine Reaktion meines verrückten Geistes. Leer. Wie Seifenblasen. Aber ich hatte eine kujonierte Geisteshaltung, nicht so nett von mir. Ich muss euch das ganz ehrlich schildern, so, wie es war, ohne Schnörkel.
Viel geübt habe ich Mitfreude und Metta, sehr sehr wichtige Brahmaviharas. Auch hier: überhaupt keine leichte spirituelle Übung. Wenn man sich am Erfolg anderer freut und gönnen kann, dann kratzt dies ganz besonders am Ego, was ja eher Neid und häufig Missgunst empfindet. Üben, üben, üben.
"Der Koloss möge eine glückliche, zärtliche Beziehung zu deiner Frau haben," dachte ich bewusst. Die Frau war wirklich schön und man erfreut sich bewusst daran, dass er Erfolg hatte, sie zur Frau zu haben. Hui, geht da das Ego ab.
Geld habe ich viel gegeben, mich gedanklich überwacht und bewusst positiv gedacht, auch hier: sehr schwer. Aber erfolgreich. Eine harte Übung. Immer wieder und wieder, bis der Geist sich durch die beständige Übung irgendwann neu ausrichtet. Braucht viel Zeit.
Den Geist zu behüten um all seine Negativzitat kennenzulernen und dann bewusst gegen-steuern. Das ist der innere Kampf, das innere Heldentum. Und ja, ich habe oft bemerkt, wenn sich hassvolle, neidische oder gierige Gedanken subtil eingestellt haben. Aber ich habe nicht aufgegeben. Ganz wichtig.
Wenn du bewusst deine eigene Bewusstheit pflegst und zu dir freundlich bist, dann vollzieht sich ganz langsam eine Kehrtwendung im Geist. Du musst bloß Geduld haben und niemals aufgeben; du kannst Schlachten verlieren aber nicht den Krieg.
Beruhigt sich das Innere, beruhigt sich auch das Äußere. Ein langer Kampf, ohne Selbstverurteilung und Flucht.
Ein Klient heiratet seine Freundin. Was für ein schönes Ereignis, denn beide sind such zugetan und tun sich Gutes, auch wenn es manches Mal kracht: Auch hier, gibt nicht auf, die Früchte des Kampfes sind süß.
Soweit dieses Tagebuch. Möge es den Lesern Unterstützung bieten.
Donnerstag, 27. August 2026
Wer Frieden im Herzen sucht, muss ihn sich durch Gewahrsein und Achtsamkeit täglich erarbeiten: Reduziere Medienkonsum gerade in diesen gefährlichen Zeiten, lasse deinen Geist rein und vergifte ihn nicht durch Hass und Neid; achte darauf, keine Gewaltvideos auf Social Media zu sehen, obschon es sehr verührerisch sein kann. Glaube nicht den Medien, sondern denke eigenständig. Früher hießen der ÖRR "Massenmedien". Sie dienten der Beeinflussung der Massen. Denke und wäge eigenständig ab. Kultiviere Großzügigkeit, unterstütze Menschen oder suche dir mit Bedacht kleine Organisation aus, wo du gibst. Bei Großorganisationen weißt du nie, wohin dein schwer erarbeitetes Geld versickert. Sei in diesen üblen Zeiten stets freundlich zu dir: dies ist dein Fundament ! Verstelle dich nicht, bleib bei deinen inneren Werten und lasse dich nicht vom Zeitgeist beeinflussen. Ganz tief in dir gibt es Licht.
Donnerstag, 6. August 2026
Freitag, 24. Juli 2026
Ich bin überrascht: Über 102.000 Zugriffe/Follower auf meinem Blog. Damit habe ich nie gerechnet, hatte eher gedacht, das bleibt bei höchstens 5000. Da wäre ich schon zufrieden gewesen. Aber über Hunderttausend? Unglaublich. Nie mit gerechnet. Ich bedanke mich, dass ich so viele Menschen erreiche und inspiriere.
Donnerstag, 23. Juli 2026
Mal etwas für Häretiker: Ein Schüler sagt: " Ich fühle, ich bin mit meinem Meister schon viele Leben verbunden und wir haben eine gesegnete Verbindung durch unser Karma." Könnte man nicht auch sagen: " Weißt du, ich verstehe mich gut mit meinem Meister und ich mag ihn?" Warum dieses ganze spirituelle Geschwurbel? Könnte es nicht auch ein Trick des Ego dein um sich spirituelle zu erhöhen?
Samstag, 18. Juli 2026
Freitag, 10. Juli 2026
Kempen/Niederrhein
Kempen am Niederrhein gelegen wird von der großen, imposanten Burg und der kath. Kathedrale dominiert. Die Kleinstadt erinnert mit ihren alten Fachwerhäusern und den Rosen sehr an englische Kleinstädte.
Mittwoch, 8. Juli 2026
Angst und Konflikt
Wenn du einen inneren Konflikt hast, sagen wir einmal Angst, dann gehe niemals in die Geschichten, die dir die Angst erzählen möchte. Gehe nur in das Gefühl, siehe, wie es stärker und schwächer wird. Wenn du in die Geschichten gehst, dann legst du zusätzlich Holz ins Feuer des Kamins und das Feuer lodert auf. Due Folge ist, du leidest immer stärker.
Wenn du einen äußeren Konflikt hast, sagen wir, jemand streitet mit dir und provoziert dich, dann reagiere erst einmal für drei Atemzüge nicht. Nutze diesen Puffer um zu einer ruhigen Option zu kommen, ob oder in welcher Form du reagieren musst.
Schaffe Abstand zwischen deinen Gefühlen und deiner optionalen Handlung. So generierst du Freiheit und du schadest weder dir noch andere.
Oftmals kann ein vorschnell losgeschossenes Wort großen Schaden anrichten. Halte dich zurück und schaffe diesen Puffer und atme einfach drei, viermal. Dann kannst du angemessen reagieren oder auch nicht. Diese Freiheit hast du.
Umso mehr du negative Gedanken durch positive ersetzt, was eine harte Arbeit und gesteigerte Achtsamkeit voraussetzt, umso mehr wird dein Geist langsam freundlicher zu sich selbst und zu anderen. Aber Achtung! Diese "neu Programmierung" bedeutet, dass wir viel Geduld und Zeit uns einräumen müssen und eine gute Ausdauer benötigen um uns selber positiver zu "programmieren." Letztendlich werden wir wenn wir jahrzehntelang negativ gewohnt waren zu denken, ganz langsam uns verändern: unser Geist und unser Denken wird lichter, heller und freundlicher.
Sonntag, 10. Mai 2026
Tagebuch 10.Mai 2026
Liebe Freunde, ihr habt euch vielleicht gefragt, warum ich mich längere Zeit nicht gemeldet habe. Hier die Auflösung der Frage..
Mein bester Freund hat sich am 7. März völlig überraschend auf die Gleise gelegt in Düsseldorf Benrath. Wir waren 35 Jahre befreundet.
Er tat dies in völliger Ruhe und obgleich sich noch Wartende bemühten, ihn von den Gleisen zu ziehen, war es zu spät.
Er hatte sich seelenruhig mit dem Bauch nach unten auf die Gleise gelegt und der einfahrende ICE, der mit 180 km/h fuhr, hatte zwar noch eine Notbremsung versucht, aber es war zu spät.
Mein Freund war bei dieser Geschwindigkeit innerhalb von 1 Sekunde tot!
Ich war eine Woche später am Gleis und sah selbst, mit welcher unglaublichen Geschwindigkeit der Zug durchfuhr. Eine Sekunde.
Trotz Notbremsung war der Bremsweg lang bei der Geschwindigkeit und leider sind seine Gedärne und Körperteile weit verstreut gewesen. Ich schreibe dies, weil ich den Tod schonungslos darstellen möchte.
Für mich war dies ein sehr großer Schock und auch eine Zäsur im Leben. Hat es sich gezeigt, wie schnell und wie zerbrechlich das Leben ist. 1 Sekunde...
Er war wohl überarbeitet, denn er arbeitete als Therapeut in einer Sozialpsychiatrie. Ferner hatte er wohl sebstmanisch-depressive Episoden bei sich entdeckt und da er wohl wusste, wie diese schreckliche Erkrankung endete, hat er sich auf die Gleise gelegt.
Körperlich war er gesund und mit 54 Jahren noch recht "jung."
Wir hatten zusammen studiert ; das Studium ist nicht einfach und oftmals hat er mir geduldig geholfen, wenn ich als junger Mann, impulsiv alles hinschmeißen wollte und frustriert war.
Er war mein bester Freund, meinem Herzen sehr nah und ich habe ihn geliebt. Selbst für mich kam dies sehr überraschend, da er nie viel von sich und seinen Gefühlen gesprochen hatte.
Er war ein herausragender Therapeut und hat vielen Menschen geholfen. Doch leider konnte er sich nicht selbst helfen, noch über seine Lage sprechen. Er sagte nur, er würde schlecht schlafen und es ginge ihm nicht gut. Mehr nicht. Weiteres war auch nicht herauszubekommen. Eine Sekunde...
Ferner war er ein Kunstsammler und selber Künstler. Er hat Gedichte geschrieben wie ich und er war der Größere von uns beiden. Seine Expertise in Sachen Kunstwissen war erstaunlich und auch sein milder Humor und seine Vernunft, die ich oft bewundert hatte. Er war mit vielen Künstlern verbunden und er selbst hatte eine große Kunstsammlung.
Seine Wohnung war stets sehr sauber und seine Ausstattung vortrefflich in der Weise, dass er ausgewählte Möbel besaß.
Wir hatten unsere Differenzen, hatten uns auch mitunter in den Haaren, jedoch war die Liebe in der Freundschaft zwischen uns nie in Gefahr.
Ich trauere noch ; er wird bis zu meinem letzten Atemzug bei mir sein. Eine gewisse Leere ist in mir, denn wir hatten fast jeden Abend gechattet und uns von unseren Erlebnissen des Tages berichtet. Er ist den Weg nach dem Studium in die Psychiatrie gegangen, ich den in die Psychologie.
Er war hochintelligent, humanistisch gebildet und hinterließ Kunstbücher, in denen er jedes seiner Kunstwerke aufführte und hervorragend fotografiert hatte und sie fachlich brilliant schilderte und besprach, auch im historischen Kontext.
Eine gute Wiedergeburt hat er bestimmt schon erlebt. Ein guter Mensch ist von uns gegangen. Möge er in den Bereich der Götter wiedererscheinen und möge Amitabha Buddha, in seine grenzenlosen Mitgefühl ihn liebevoll begleiten.
Donnerstag, 15. Januar 2026
Hinter jedem Perfektionismus steckt, ganz versteckt und durch Schichten von rationalen Begründungen, ein Mensch, der geliebt und gesehen werden möchte. Er oder sie sehnen sich nach Bestätigung und dem Gefühl, ein Guter zu sein, der gemocht wird und eine Zusicherung erhält, das man die erbrachte Leistung sieht. Eigentlich ein kleiner Junge oder ein kleines Mädchen, dass sich nach Annahme und Liebe sehnt. Zu erkennen, dass man gar keinen Perfektionismus braucht, die Fesseln lockert und einfach so ist, wie man nun ist, ist ein langer Weg.
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