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Freitag, 25. November 2022

Kontrolle und Genuss?

Wenn wir darum bemüht sind, in unserem Leben ein Höchstmaß an Kontrolle aufzubauen, dann wird eine Folge davon sein, dass wir umso mehr wir kontrollieren, wir immer weniger genießen können. Man könnte fast von einer Art Gesetzmäßigkeit sprechen: Ein Plus an Kontrolle ist gleich ein Minus an Genuss

Ferner bedeutet dies auch,  umso mehr wir kontrollieren umso mehr werden wir unserer Freiheit verlustig werden. Also auch hier die Gesetzmäßigkeit: Ein Plus an Kontrolle ist gleich ein Verlust an (innerer wie äußerer) Freiheit.

Deshalb empfahl der Buddha, dass wir stets den mittleren Weg gehen sollten, denn ganz ohne Kontrolle geht es nicht, da wir sonst ins Chaos driften würden und auch nicht unsere innere Entwicklung voranbringen könnten, da wir schon wissen sollten, wo wir zum Beispiel in unserer Ethik stehen, wenn wir unsere Gedanken, Handlungen und Gefühle kontrollieren.  

Hier ist der mittlere Pfad schon von Bedeutung, da er ein rechtes Maß von Kontrolle und Freiheit, von Anstrengung und Genuss bietet. Ein Übermaß an Freiheit führt zur dekadenten Grausamkeit aus Langeweile; ein Übermäßiger Genuss zur inneren Sinnlosigkeit und Leere. Wir sehen also, dass der mittlere Weg das ausgewogene Maß darstellt und ein kluger Ratgeber für unser Leben sein kann. 

Umso mehr wir Kontrolle ausüben umso weniger können wir genießen.

Montag, 3. Oktober 2022

Montag, 26. September 2022

Was benötigen wir von den Buddhas?

Im tibetischen Buddhismus wird gesagt, dass die Buddhas gar nicht anders können als uns zu helfen. 
Was kann dies bedeuten? Nun, wenn wir ganz aufrichtig sind zu uns selbst, dann spüren wir unsere Bedürftigkeit ganz tief in uns. 
Dazu gehört jedoch, dass wir uns auf dem Weg befinden, uns freundlich und neugierig kennenzulernen. 
Dabei kommen überraschend viele negative Eigenschaften wie Geiz, Gier und Übelwollen in uns hervor jedoch auch viel Gutes wie Liebe, Warmherzigkeit, den Wunsch, teilen zu wollen etc. 

Wenn wir dann im Verlaufe unserer Praxis mit den Buddhas vertrauter werden und uns hingeben können, wenigstens ein wenig, dann spüren wir unsere tiefere Bedürftigkeit immer ganz individuell, also in der Form, was wir wirklich benötigen und wonach wir uns sehnen.

So kann es sein, dass jemand einen Segen bedarf, jemand das Gefühl von Geborgenheit benötigt und sich wünscht, dass der Buddha oder die Bodhisattvas ihn umarmt oder sich jemand tief wünscht, sich von seiner Schuld und seinen üblen Taten zu befreien, indem er sie hingebungsvoll den Buddhas darlegt und Verständnis und Mitgefühl erhält. Wie gesagt, die Buddhas kennen uns und helfen so, wie wir es benötigen, man muss nur lernen, darum zu bitten und sich wirklich langsam Stück für Stück zu öffnen. 
Haben wir den Mut, dieses zu tun? So werden uns die Buddhas und Bodhisattvas nicht zurückweisen.