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Mittwoch, 13. Juli 2022
Dienstag, 12. Juli 2022
Montag, 11. Juli 2022
Meditation formal und über den Tag
Mein Lehrer Mingyur Rinpoche empfiehlt neben der formalen Sitzmeditation auch die informelle Praxis über den Tag verteilt.
Was sind die Vorteile? Zum einen bleiben wir über den Tag mit all seinen Ablenkungen, beruflichen wie privaten Verpflichtungen und Anforderungen mit unserer Spiritualität verbunden.
Wenn wir uns daran erinnern und die Erinnerung hieran ist wichtig, dann bleiben wir in der Übung.
Wie kann dies aussehen? Wenn wir in einem Meeting sind, können wir kurz aus dem Fluss der Ablenkungen, Bewertungen, Emotionen und Gedanken heraustreten und sie einfach einmal betrachten.
Hier entsteht eine gesunde Distanz. Eine weitere Möglichkeit wäre es, wenn wir im ÖPNV sitzen, ein Gebet zu sprechen, die Mala (buddhistische Gebetskette) herauszunehmen und ein paar Mantras aufmerksam innerlich zu rezitieren.
Ferner können wir einfach zu uns selber zurückkehren indem wir unseren Körper gerade jetzt, in diesem Moment wahrnehmen, einfach nur spüren ohne gedankliche oder emotionale Reaktion.
Wichtig ist wie bereits oben aufgeführt, dass wir uns erinnern und über den Tag immer einmal zehn Sekunden oder auch einmal ein, zwei Minuten praktizieren und heraustreten aus dem reißenden Fluss unserer Gedanken, Gefühle und Empfindungen.
Wir treten aus den tosenden Wellen in einen Raum der Stille und sind bei uns. Welche ein Geschenk!
Die formale Sitzmeditation ist dann früh morgens oder am Abend und kann sehr flexibel sein: 5 Minuten bis 40 (ist hier im Westen weit verbreitet) bis hin zu 75 oder mehr Minuten. Hier sollte jedoch auch kein zeitlicher Zwang sein. Meditation sollte mit Leichtigkeit ohne Zwang und Leistungsdruck ausgeführt werden. Primär ist jedoch zu beachten, dass man sie wenn es geht, täglich ausführen sollte um im Prozess zu verbleiben. Üben wir so, wandeln wir so auf einem glücklichen Pfad.
Montag, 13. Juni 2022
Versprechen
Es wird viel von der Politik, von den Medien oder der Werbung versprochen, auch Menschen versprechen viel, je nach ihrer Motivation. Doch was wird davon gehalten? In der Regel nicht viel oder gar nichts und trotzdem glauben die Menschen den "Versprechern" alles, weil sie etwas versprechen, was mit oberflächlichen Genuss, Lust und Freude zu tun hat. Letztendlich ist es immer das gleiche Spiel. Zurück bleibt oftmals ein Gefühl der Frustration oder Leere.
Warum doch Vertrauen?
Doch zugleich wird im Buddha Dharma Sraddha (Vertrauen) empfohlen. Warum ist dies so wichtig? Nun, ohne Vertrauen gibt es keine positive psychische Entwicklung und auch unsere Emotionen und Gefühle verkümmern, wenn wir Misstrauen entwickeln. Misstrauen und ich meine hier nicht das kluge Misstrauen sondern das destruktive Misstrauen macht uns nicht glücklich, nährt nicht unsere Gefühle und zerstört Beziehungen, egal, in welchem Kontext sie sich ausagieren.
Wem oder was sollten wir vertrauen?
Schauen wir achtsam, so gibt es neben dem Geschrei der Welt viele Möglichkeiten zu vertrauen: Wir können den Drei Juwelen Buddha - Dharma - Sangha vertrauen, denn die sind rein, förderlich, unterstützend und geben den Durstigen Labsal.
Wir können spirituellen Freunden auf dem Weg vertrauen, wo wir spüren, dass sie uns wohlgesonnen sind und uns helfen, den Pfad zu meistern und wir können wirklich guten Freunden vertrauen, welche schon lange mit uns das Leben teilen und uns noch nie verraten oder betrogen haben und sich durch Zuverlässigkeit, Liebe und Großmut auszeichnen. Auch sollten wir unseren Partnern vertrauen, wenn sich die Zuneigung und Liebe gefestigt hat.
Schließlich können wir auch Menschen vertrauen, die ehrlich sind, das einhalten, was sie versprechen und ethische Grundsätze leben.
Fazit: Sei klug, wem du vertraust
Wir sollten stets klug sein, wem wir vertrauen. Vorsicht ist immer geboten, wenn einem das Blaue vom Himmel versprochen wird, also durch Politik, Medien und Wirtschaft.
Schaue stets genau und prüfe, wem du vertraust, wenn du jedoch genau schaust, wird es Menschen geben, denen du vertrauen kannst, denen du dich gegenüber öffnest und die dich in deiner Entwicklung liebevoll unterstützen. Sie Zeichen sich durch Freundlichkeit, Hilfe und Unterstützung, durch Mitfreude und auch durch einen ruhigen Blick auf die Welt der Gestaltungen aus.
Donnerstag, 19. Mai 2022
Mittwoch, 4. Mai 2022
Genuss
"Wer nicht genießen kann, wird ungenießbar." Dieser alte Spruch hat eine sehr tiefgehende Bedeutung.
Wie wichtig ist doch, Freude ins Herz zu lassen, wie erholsam ist es, wenn wir liebevoll zum Partner, zu Freunden und allen Wesen sind. Wer Freude am Genuss hat, der hat ein reiches Leben.
Aber welcher Genuss ist gemeint? Sicherlich nicht der, der egoistisch alles missbraucht um nur den eigenen Genuss und die eigene Befriedigung auf Kosten anderer zu erhalten. Seine Gier in den Mittelpunkt zu stellen. Dieses kennen wir alle und es ist nicht heilsam so zu handeln.
Diese Art von egoistischen Genuss, welcher auf psychischer wie materieller Ausbeutung beruht, kennen wir und er hat die Menschen dahin geführt, wo sie heute auf diesem schönen Planeten stehen.
Genuss ist immer auch Freude am Kleinen; nicht das-immer-mehr-Wünschen und Haben wollen. Ferner ist anzumerken, dass ein Genuss nicht immer zwingend materiell sein muss: Wir können das Sonnenlicht im frischen Grün der Bäume genießen oder auch eine tiefe Nähe zu einem Wesen, was uns wichtig ist und das wir lieben.
Sobald wir jedoch wünschen, dass der Genuss lange anhält oder wir im ungünstigen Fall danach süchtig werden, verliert der Genuss seine ureigenste Qualität in der Gegenwart und gerinnt wie Sand in einer Faust. Wir können noch so sehr greifen und die Faust ballen, er zerinnt und ist nicht festhaltbar.
Genuss ist eine nicht greifende Qualität der Achtsamkeit. Wir nehmen etwas wahr und genießen es, sind also ganz im Augenblick des Erlebens. Präsent.
Eine alte Lojong Losung besagt: "Suche die Freude!" Wenn wir all die kleinen Freuden genießen ohne immer mehr davon besitzen zu wollen, also aufhören, zu greifen, dann füllt sich unser Herz mit dieser Freude und wir nehmen einen Genuss achtsam wahr.
Montag, 25. April 2022
Es gibt einen Unterschied, sich auszudrücken und sich darzustellen: Wenn wir uns ausdrücken, zeigen wir das Wahre und Schöne von uns, zum Beispiel, wenn wir tanzen, oder ein Bild zeichnen. Wir drücken das aus, was tief in uns angelegt ist und an die Oberfläche rein erscheint und ausgedrückt, manifestiert werden möchte. Wenn wir etwas darstellen wollen, legen wir gleichsam eine Maske an, wir spielen eine Rolle und wir zeigen im schlechtesten Fall eine schäbige Show, wo es nur um billige Effekte geht. Jedoch gibt es eine Form der Darstellung, welche authentisch ist: Wir fühlen uns in eine Person hinein und geben unsere Interpretation dieser Person wieder, so als würden wir als Schauspieler ein Theaterstück aufführen, welches ein Autor vor langer Zeit verfasst hat.
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