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Mittwoch, 31. Januar 2018

Zwei Aspekte

Wenn Düdjom Rinpoche darauf hinweist, dass es zwei Aspekte der Realität gibt, nämlich den Absoluten ( die Leerheit, welche niemals mit dem Nichts zu verwechseln ist) und dem konventionellen Aspekt, ( der ""Erscheinungsaspekt," wo sich die Phänomene manifestieren) dann mag das in den verschiedenen Schulen des Buddhismus kulturell anders ausgedrückt werden, jedoch ist die Essenz die gleiche.

Wichtig ist, auch hier Leerheit und Erscheinung genauer zu erfassen, respektive darüber zu kontemplieren.

Wenn Dinge manifest, also körperlich, Dinglich werden und sie zugleich erscheinen, dann sehen wir hier, dass Samsara und Nirvana gleich sind.
Das dürfen wir nicht vergessen.

Samstag, 20. Januar 2018

"Mara hat in den buddhistischen Texten eine doppelte Bedeutung: Manchmal bedeutet es so etwas wie Luzifer, dessen Funktion es ja auch zu sein scheint, den Versucher zu spielen, und auf der anderen Seite bedeutet Mara die Seite des Unbewussten, die voller Widerstand gegenüber dem geistigen Leben und der inneren Entwicklung und Loslösung ist."
Bhikkhu Vimalo Thera

Mittwoch, 17. Januar 2018



 Spirituelle Heuchelei
Ein Denkanstoß

Die größte Gefahr in der spirituellen Praxis und in Religionen ist die Heuchelei. Man heuchelt nach außen, was aber unheilsamer ist, man heuchelt sich selbst an. 

Was nützt es mir, wenn ich Armut und Bedürnislosigkeit predige und öffentlich verkünde, dass ich ein bescheidenes Leben führe, es aber bei der nächsten Gelegenheit anders lebe? Getreu nach dem Motto: "Was interessiert mich mein Geschwätzt von gestern?"

Diese Haltung ist brandgefährlich; wir enttäuschen andere Menschen, die sich auf uns verlassen haben und denen wir ein Vorbild sein könnten. Ein ungemeiner Schaden kann entstehen.Auf der spirituellen Ebene enttäuschen wir unsere Lehrer, die sich stets Mühe gegeben haben uns ein Vorbild in Wort jedoch auch in der Tat zu sein.

Andererseits bedeutet dies auch, dass wir keine Grundlage in der Ethik haben und sogar Gelübde nicht einhalten. Wir verlieren nach und nach, schleichend, unsere ethische Grundlage, ein heilsames Leben zu führen. 

Es ist daher von großer Bedeutung, dass wir immer wieder uns achtsam fragen, wie es um unsere spirituellen Äußerungen steht und dem inneren Dämon der Nachlässigkeit und Faulheit nicht nachzugeben, der uns rät, unser Geschwätz von gestern nicht ernst zu nehmen. Es bedeutet hiernach: wir nehmen uns nicht ernst! Dies zu beachten und auf dem Pfad zurück zu kehren ist ungemein wichtig, wollen wir ein aufrichtiges Leben führen. 

Donnerstag, 28. Dezember 2017

In eigener Sache:

Liebe Freunde und Schüler, liebe Leser,

wenn ich 365 Einträge vollendet habe, möchte ich meine gesamten Einträge als Buch veröffentlichen. Kann mir einer Hinweise geben über Verlage, Kosten et cetera?

Ich habe bisher sehr gute Resonanz erhalten und meine Einträge scheinen einige Menschen zu inspirieren. Das freut mich sehr und ich danke ausdrücklich!

Alle Beiträge von mir unterliegen dem Copyright. Ich bitte darum, bei Veröffentlichungen mich bitte zu informieren.

Im Dharma liebevolle Grüße

Ngakpa
Die Lojong Losung: "Lass dich in deiner Praxis nicht von deinen Vorlieben leiten. Übe voller Hingabe jeden Aspekt."

Wenn wir diese Losung im spirituellen Leben annehmen, dann bedeutet dies, dass wir keine Wellness Buddhisten sind. Ein Wellness Buddhist ist jemand, der sich nur die für ihn annehmen Aspekte des Dharma auswählt. Alle unangenehmen Aspekte, eigentlich der Ort, wo wir am meisten lernen können, werden gern mit Abwehrmechanismen belegt: Verleugnen, Unterdrücken, Fliehen oder Gefühle zu rationalisieren um einige zu nennen.
Wenn wir ernsthaft praktizieren wollen, müssen wir an die Orte gehen, die wir fürchten, wie es Pema Chödrön so treffend sagt. Gehe also an die Orte deines eigenen Schreckens und stelle Dich mit Liebe und Mitgefühl. Nimm wahr, ohne gleich zu reagieren oder vorschnell zu urteilen.

Gerade die Aspekte unserer Praxis, die uns besonders unangenehm erscheinen sind eigentlich die Orte, wo wir unser größtes Potential, unseren Garten der Freude, der Bereich wo wir uns stetig kultivieren können zu finden vermögen.
Wenn wir neugierig sind, wie dieser Garten aussieht, uns nicht selber und andere verurteilen, dann können wir einen lebendigen, energievollen Bereich entdecken, wo wir wirklich an uns wachsen können. Auch alle Menschen, mit denen wir vielleicht Schwierigkeiten haben können einen Bereich unseres inneren Gartens sein, den wir besonders mit Freundlichkeit und Achtsamkeit im Umgang mit ihnen kultivieren können.

Wir dürfen bloß nicht zu schnell aufgeben sondern Geduld mit uns und ihnen haben. Manche Dinge richten sich so, wie sie sich auf natürliche Art und Weise entwickeln. Manchmal erkennen wir, dass wir nicht unnötig eingreifen müssen; Situationen, die jedoch ein beherztes Eingreifen nötig machen, sollten wir nicht in feigem Scham aus dem Wege gehen. Nutzen wir unser Gartenhäuschen: dort finden wir alle Werkzeuge um unseren Garten zu kultivieren sodass er voller Blumen der Freude und des Sanftmutes ist.

Sonntag, 17. Dezember 2017

Wahn

"Die Struktur eines Wahns ist, dass die Person, die unter dieser leidet, Argumenten nicht mehr zugänglich ist und in ihrer Wahnwelt sich abgeriegelt hat. Kritik, Argumente, logische Schlussfolgerungen und emotionale Appelle können die im Wahn sich befindende Person nicht erreichen. Es ist eher so, dass diese Person an ihre Wahngebilde glaubt und in fester Überzeugung die jeweilige Wahnstruktur wiederholt obgleich logische und beweisende Argumente das Gegenteil anzeigen. Der an Wahn erkrankte Patient lebt in seiner abgeschottenen Welt."
Aufsatz zur Wahnerkrankungen, 1956, psychoanalytische Aufsätze für angehende Therapeuten.