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Mittwoch, 29. März 2023
Du erkennst Dualitat immer dort, wo du parteiisch bist oder wo du etwas gern machst, anderes aber nicht und dort, wo du etwas beurteilst. Sei vorsichtig! Alles ändert sich: was du heute noch wunderbar enthusiastisch gut befunden hast, kann schon morgen von dir verschmäht werden. Eigentlich - auf einer höheten Ebene - sind es nur Phänomene, die entstehen - bleiben - vergehen. Phänomene, die unser Ego interpretiert und festhält oder loswerden möchte, auch nur eine andere Form des festhaltens. Erkenne stets, wo du bewertest und tritt dann zurück, so kommst du der Dualität auf der Spur und näherst dich der Non-dualitat.
Wenn wir im Verlaufe vieler Leben erkennen und verwirklichen, dass unser Ich nur eine Illusion ist, dann bemerken wir, dass uns nicht mehr alles trifft, was Menschen über uns sagen oder von uns denken. Auch werden wir nicht mehr so schnell gekränkt, benötigen immer weniger Ruhm und Verehrung und vielleicht bemerken wir auch, dass Verlust und Gewinn nicht mehr so von Bedeutung sind. Wenn wir angegriffen werden, können wir nach und nach angemessen reagieren oder Edeles Schweigen praktizieren. Dieses können Gradmesser unserer Entwicklung sein. Die Essenz ist das Loslassen des Ego, dem nicht mehr Greifen nach Bestätigung und schmerzhaften Festhalten. Wir steigen aus dem billigen Drama und der Schmierenkomödie langsam, Schritt für Schritt aus.
Sonntag, 26. Februar 2023
Sonntag, 12. Februar 2023
Erdbeben. in der Türkei und Syrien
Vor einigen Tagen kam es zu einem großen Beben in der Türkei und Syrien. Es gab traurig machende Bilder wie dieses, dass ein Vater den Arm seiner toten Tochter, der aus dem Beton ragte, weinend streichelte aber auch wundervolle wie der kleine Säugling Nou (Wunder), die nach siebzig Stunden gerettet werden konnte als einziges Wesen ihrer Familie und ferner das kleine Kätzchen, dass unter Trümmerteilen freigebuddelt werden konnte.
Wenn es Möglichkeiten gibt, gebt etwas für die Menschen; bei mir gibt es einen guten türkischen Gemüsemarkt, wo ich hoffe, eine Spendenbox zu finden.
Egal, welcher Religion ihr angehört, ob Christ, Muslim oder Buddhist, hier sind Menschen un Not aufgrund eines nicht-menschengemachten Beben. Üben wir uns in Maitri (liebevoller Güte und Karina (Mitgefühl) und werden so zu Schülern des Buddha.
Throne - Titel - Money
Als Jahrzehnte langer Dharma Praktizierender erlebt man aus einer bestimmten Kultur stammenden und verliehende Titel und Rangstufen im Buddhismus. Leider gab und gibt es auch Missbrauch im Buddhismus: sexueller, finanzieller sowie spiritueller und auch Machtmissbrauch.
Oftmals werden Meister als große "Meditationsmeister" tituliert, von "Exzellenz" bis zur "Eure Heiligkeit." All diese Titel mögen von Bedeutung sein für Praktizierende einer Schule oder Richtung um das Prestige eines Meisters zu steigern und manchmal - ich möchte es gar nicht leugnen, verdienen Lehrer auch diese Titel.
Leider jedoch lehrt uns die Gegenwart auch, dass man sehr vorsichtig sein sollte und gut prüfen muss, bevor man einen Lehrer als authentisch bezeichnen kann. Einige Jahre sollte der Schüler den Meister prüfen und auch umgekehrt sollte ein Guru seinen Schüler prüfen.
In alter Zeit jedoch hatten Lehrer oftmals nur einige Schüler und nicht Zehntausende wie heutzutage. Also ist es mit dem persönlichen Kontakt nicht so weit her. Deshalb ist es besonders wichtig, genau den Lehrer anzusehen, ihn ethisch zu betrachten und zu prüfen!
Welche Schäden sind schon auf materieller und psychischer Art entstanden, wenn Schüler missbraucht wurden und dies nicht nur sexuell und emotional sondern auch finanziell.
Schauen wir uns wirklich große Lehrer und Gurus wie Jetsün Milarepa oder Nyanaponika Mahathera an, so fällt auf, dass sie bescheiden waren, keinen Wert auf Titel, Throne und Edelsteine legten und sie still praktizierten ohne sich darzustellen oder Eigenwerbung zu betreiben. Die Schüler verehrten diese Meister aufgrund ihres Vorbildes, ihrer Lebensführung und vor allen Dingen ihrer Verwirklichung. Ihre Praxis war übereinstimmend mit ihrem tatsächlichen Leben und sie waren von großer Herzensgüte, Mitgefühl und Weisheit. Sie lebten diese Werte aufrichtig, bescheiden und stets selbstlos.
Westliche Schüler neigen mitunter dazu, den Guru zu überhöhen und ihn als fehlerlos zu betrachten, er sei ja schließlich eine Manifestation des Buddha. Bei all dem, was daran richtig ist, sollte man auch auf seinen Verstand hören.
Es könnte wichtig sein, den Lehrer nicht mit Projektionen zu überfrachten, um die eigenen psychischen Defizite nicht wahrzunehmen.
Eine realistische und respektvolle Betrachtung des Meisters ist stets einem blinden Gehorsam oder einer blinden Verehrung vorzuziehen. "Man sollte als Schüler nicht sein Selbstwertgefühl und seinen Verstand am Türhaken aufhängen, wenn man einen Lehrer begegnet." Dieses hat einer meiner Lehrer vor langer Zeit zu mir gesagt und bis heute schätze ich diesen Ausspruch sehr.
Vertrauen und freundliche Hingabe sind sehr wichtig, willst du wachsen, jedoch verfalle nicht in die Projektion, sie kann eine Ego-Falle sein um dich selbst nicht mehr wahrzunehmen. Projektionen sind auch nur Bilder und Wünsche die Ablenkungen von dem eigenen inneren Geschehen bieten können. Beachte dies bitte.
Samstag, 4. Februar 2023
Sonntag, 22. Januar 2023
Aspekte des Loslassens
Loslassen ist eine schwierige Angelegenheit. Wir haften an so vielen Dingen wie unserem Haus, unseren Partner, unseren Automobilen oder schlichtweg, und dies ist viel gravierender, an unseren Einstellungen und unseren Ansichten.
Wenn wir dann älter werden, wird einem bewusst, dass das Loslassen doch immer dringlicher wird, denn unsere Zeit geht langsam zur Neige oder um es direkter auszudrücken, unsere Zeit läuft ab!
Machen wir uns nichts vor: wir müssen und ich betone hier ausnahmsweise einmal "müssen" mit fortgeschrittenen Alter loslassen. Besser jedoch ist es, das Wissen vermittelt zu bekommen, dass wir loslassen üben, wenn wir noch jung sind, denn auch hier, in dieser Phase unseres Lebens gibt es vieles, was losgelassen werden sollte: Beziehungen kommen und gehen und irgendwann sterben dann die eigenen Eltern.
Nun, wie können wir üben loszulassen? Ein kleiner Aspekt ist, dass wir materielle Dinge und auch Menschen nicht mehr als unser Eigentum betrachten. Sie gehören uns nicht, sie sind allenfalls in unserem (zeitweiligen!) Besitz. Auch das Aufkommen von Meinungen und Ansichten gehören uns nicht.
Wer kann mir sagen, wo genau eine Meinung oder Absicht entsteht und wo sie endet?
Sie spuken wie eine Illusion in unserem Kopf, entstehen - bleiben ein wenig - lösen sich im Raum wieder auf. Wir sind also nur zeitweilige Besitzer einer Meinung oder Absicht. Festhalten können wir sie nicht, jedoch können wir uns mit ihr identifizieren und dogmatisch an ihnen festhalten, dann häufig zum Schaden von uns selbst oder von vielen Menschen.
Alles ist der Veränderung unterworfen, nicht ist fest. Betrachten wir die Dinge nicht als unser Eigentum dann beginnt das Buddha Wort unser Herz zu erreichen:
"Dieses bin ich nicht,
Dieses gehört nicht zu mir
Dieses ist nicht mein Selbst!"
Kurzvortrag am 27.Janunar 2023
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