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Samstag, 26. Dezember 2020

In eigener Sache: Dieser kleine Blog nähert sich in großen Schritten der 50.000er Marke. Ich hatte das damals um ehrlich zu sein, nicht so für möglich gehalten, denn wer ist schon dem Vajrayana und dem Dzogchen nahe? Eher eine kleine "elitäre" Gruppe. Ich bedanke mich bei all den Lesern und Schülern. Es ist für mich ein Geschenk, so viele regelmäßige Leser zu haben.

Behalte stets das Gute in Erinnerung, wenn du jemanden loslässt. Lasse deinen Geist nicht vom Übel infizieren.

Erklärung des Satzes:

Der erste Satz bedeutet, dass wir wirklich die Motivation besitzen, jemanden loszulassen. Wir haben alles äußerlich wie innerlich geklärt und sind nach einem längeren Prozess bereit, loszulassen. 

Zeichen eines nicht-Loslassens ist immer die Träumerei vom anderen, das Filme fahren, was alles hätte passieren können und das subtile nicht Einverstanden-sein mit dem Loslassen. Wir gleiten fast unmerklich in Fantasien ab, welche mit der Realität kaum noch etwas gemeinsam haben. 

Der zweite Satz gliedert sich in zwei Teile. Wir erinnern uns an das Gute und Schöne im anderen Menschen, ohne jedoch wehmütig zu werden. 
Wehmut ist ja ein Zeichen, das wir noch nicht vollständig losgelassen haben.  Wir schätzen die positiven Eigenschaften und auch die gemeinsame Zeit, die wir  mit dieser Person verbracht haben. 
Erinnerungen dürfen sein und wir wertschätzen die gemeinsame Lebenszeit. Wir legen also den Fokus auf das positive Element. 
Der zweite Teil ist, dass wir uns nicht geistig infizieren sollten, wenn wir an das Üble denken. Hier kann Pein und Schmerz, jedoch auch Wut und Bösartigkeit auftauchen, die sich rasend schnell in unserem Geist verbreiten. Diese Infektion ist sehr gefährlich und kann eine geistige Sepsis auslösen. Hier ist liebevolle Achtsamkeit das Antidot, unser Gegenmittel. 
Auch dieses sind Merkmale, dass wir noch nicht richtig losgelassen haben. 

Loslassen als Prozess benötigt Zeit. Wenn wir uns ausschließlich an das Gute erinnern, sind wir achtsam und unser Geist bleibt rein. Ein weiterer Aspekt ist, dass wir generell eine liebevolle Einstellung und Haltung in unserem Geist kultivieren. 
Wir können verzeihen, wir können Frieden in uns entwickeln und auch Dankbarkeit dafür, dass wir wieder etwas gelernt haben und unser Leben mit Freude weiter zu gehen. 

Freitag, 11. Dezember 2020

Schwierige Menschen

Mitunter treffen wir auf Menschen, welche recht unreif erscheinen oder unter psychische Störungen leiden. Nachfolgende Merkmale können hier von Bedeutung sein: 

1. Diese Menschen sind häufig dogmatisch, beharren auf ihre Meinung.
2. Oftmals sind sie Argumenten nicht zugänglich.
3. Emotional sind solche Menschen häufig verkrüppelt, da sie WIRKLICHE Nähe nicht zulassen können.
4. Sie sind sehr schnell ärgerlich bis wütend, spricht man mit guter Absicht ihre Schwachstellen an.
5. Sie unterstellen dem anderen nur negative Absichten und bleiben trotz Gegenbeweis bei ihrer Haltung (Wahn Aspekt).
6. Sie wiederholen häufig nur die gleichen Vorwürfe und sehen nicht, dass sich der andere zwischenzeitlich verändert hat (Hass- und Verblendungsaspekt).
7. Sie lügen und verbiegen die Realität so wie sie es gerade brauchen (Verblendungsaspekt, Suchtaspekte,Wahn in schlimmeren Fällen).
8. Sie sind emotional instabil; das berühmte An- und Ausschalten  von Menschen, je nachdem man sie braucht oder nicht. Auch emotionales Manipulieren (Anziehen und Abstoßen): Borderline Aspekt.
9. Sie schädigen sich letztendlich selbst in dem sie gute Menschen oder Partner dazu bringen, sich von ihnen zu lösen um sich selbst zu schützen.
10. Sie sind letztendlich gar nicht oder nur wenig daran interessiert, dass es dem Partner gut geht; sie interessieren sich nur für ihre Bedürfnisse (Selbstbezogenheit, Narzissmus).
11. Sie suchen Streit, weil es ihnen nicht gut geht um sich emotional zu entlasten, ihre Wut an dem Partner abzulassen anstatt ihre wahren Gefühle und Bedürfnisse zu kommunizieren (Hass und Verblendungsaspekt).
12. Sie können generell wenig über ihre Gefühle reden, verstecken sich hinter Floskeln und Oberflächlichkeiten und lassen keine Nähe zu.
13. Sie hängen oftmals Fantasien nach, die unrealistisch sind und lieben theatralische Auftritte (histrionische Aspekte).
14. Ihnen fehlt es an der Fähigkeit zur Vergebung, sich selbst  und anderen gegenüber.
15. Sie sind oftmals von unklaren Ängsten getrieben oder leiden unter Verarmungs-
wahn.
16. Sie nutzen gern aus und nehmen nur ohne zu geben.
17. Menschliche Großzügigkeit und Empathie im Allgemeinen fehlt ihnen häufig.
19. Sie sind sozial isoliert.
20. Sie denken häufig, dass alle anderen Menschen ihnen Schlechtes wollen (Misstrauensaspekt).
21. Generell wenig Vertrauen und Hingabe.
22. Sie besitzen mitunter eine aggressive Sprache und sind schnell unfreundlich (Ethischer Aspekt).
23. Sie wenden gern körperliche oder emotionale Gewalt an.
24. In der Sexualität sind sie häufig nur auf sich bedacht und zeigen wenig Zärtlichkeit
25. Sie sind sehr Impulsgesteuert, das heißt, sie sind wenig kontrolliert in ihrer Sprache und Handlungen aufgrund der emotionalen Instabilität.

Wie gehen wir mit diesen Menschen um? Zuerst einmal benötigen sie viel Mitgefühl; jedoch kein Mitleid. 
Diese Menschen sind häufig in sich selbst gefangen und liegen, obgleich lebendig, schon im eigenen Sarg. Wichtig ist, das wir selbst eine starke Persönlichkeit besitzen und wir uns nicht in ihr System hineinziehen lassen. 
Liebevolle Abgrenzung ist wichtig, "Nein" sagen können ebenfalls. 

Ein weiterer Aspekt ist, dass wir solche Menschen nicht verdammen sollten, dieses bedeutet, sie nicht in Schubladen zu stecken. Wir sollten stets beachten, dass in jedem Menschen ein guter Kern, die grundlegende Gutheit vorhanden ist. Im Umgang mit ihnen sollten wir klar, bewusst, entscheidungsfreudig und auch fest in unseren Positionen sein. Jedoch stets aufmerksam und liebevoll. Dieses hilft gegen Manipulationsstrategien. 

Dort, wo wir durch ein Gespräch helfen können, können wir es versuchen, jedoch sollten wir darauf achten, bei uns selbst zu verbleiben und es nicht immer wieder zu versuchen, obgleich wir sehen das der Gesprächspartner sich verschließt. 
Wir müssen niemanden überzeugen noch müssen wir daran haften, dem anderen zu helfen, wenn dieser Mensch unsere Hilfe nicht möchte. 

Schwierige Menschen sind Herausforderungen, können gute Lehrer sein und oftmals sehen wir unsere eigenen Schwachstellen, wenn wir mit ihnen in Kontakt treten denn wir reagieren nur deshalb ärgerlich auf sie, weil wir eine ähnliche Ader in uns besitzen und wir schnell berührt werden. 
Ein weiterer Aspekt ist ihnen stets freundlich zu begegnen, selbst ein Vorbild an Vertrauen zu sein und ihnen durch unseren ethischen Lebenswandel zu helfen, ihnen das Gefühl zu geben, dass Änderung möglich ist und man stets die Fähigkeit besitzt, sich auf einen positiven Weg zu begeben. 

Wie können betroffene Menschen selbst dazu beitragen, sich zu helfen? Der Buddha empfiehlt hier die Überwindung durchs Gegenteil. So können zum Beispiel Betroffene mehr auf ihre Sprache und Gedanken achten oder großzügig sein und generell ist die Ethik das herausragende Arbeitsfeld. Möchte ein Mensch sich grundlegend psychisch verändern, sollte er mit der eigenen Ethik anfangen. Sie ist der Grundstein, auf dem alles weitere aufbaut.